Für diese Reise ist ein Disclaimer notwendig;) Es ist nicht die erste Safari, die wir unternehmen. Immer wieder war die letzte Safari wirklich die letzte. Einmal jedoch sollte es eine Mobile Safari sein. Unser letztes echte "Zelten" fand vor über 40 Jahren statt. auch das wollten wir nie mehr. Was diese 10 Tage mit uns gemacht haben, ist komplett unterschiedlich von allen über 100 Safaris bislang. Es ist nicht wichtig, wie viele Leoparden, Löwen etc. gesichtet werden. Es ist wichtig, für eine gewisse Zeit ein Teil dieses Naturwunders sein zu dürfen. Es ist wichtig, den Einstieg in die Bevölkerung Botswanas und seine Kultur erleben zu dürfen. Zum Teil sehr arm, weit abseits vom Schuss zu leben, sind sie glücklich. Nicht vorgeschoben glücklich, sondern real glücklich. Einen großen Teil der Erfahrungen durften wir Dank des sensationellen Guides Isaac Tapa intensiv erleben. Er hat aus der Safari ein wunderbares Erlebnis gemacht. Der verlinkte Podcast mit ihm lässt seine Weisheit erahnen.
Freitag, 14.11.2025, im Xakanaxa Camp
21:10 im Moremi Nationalpark und es pisst. Jörg Kachelmann hat Recht behalten, nicht wirklich amusing. Ne, es kachelt ohne Ende.
5:30 Wecken, schnell aufstehen, kurze Wäsche, kurzer Kaffee, Koffer ins Auto. Walle Hartmann schon da. Herzliche Umarmung und Verabschiedung. Ab ins Auto, auf die N2 und los geht’s. Stau bei Kayelitsha, 10 Minuten wie angesagt, 7:15 Auto ungetankt - einfach vergessen - bei Europcar abgegeben. Wir bekommen noch einen Drop-Off am Departure Gate. Einchecken, Gepäck abgeben und erst mal ordentlich frühstücken. Um 9:50 boarden. Ui, unsere Sitzreihe die Emergency Reihe. Platz wie in der Business Class. Zweieinhalb Stunden ruhiger Flug nach Maun, Zettel für die Immigration nach Botswana ausgefüllt, drin sind wir und werden auch schon von einem lokalen Agenten erwartet. Unsere Mitreisende kommt aus Johannesburg. Manuela Henseler aus der Schweiz, nahe Luzern. Eben eingeflogen aus Zürich. Wir verstehen uns gleich gut. Wir drei bilden die Gruppe - sehr luxuriös. Einchecken zu Mack-Air, 15 Minuten Flug zu dritt zu einem Airstrip. Isaac unser Guide für die nächsten 11 Tage holt uns ab. Eigentlich wäre die Fahrt ins Xakanaka Camp nur 15 Minuten. Aber der Moremi Airstrip nach anhaltendem Regen gesperrt. Zu großes Risiko. Wir fahren drei Stunden durch den Busch. Graues Wetter, wenig Tiersichtungen, es beginnt wieder zu regnen. Es pisst, die Ponchos raus. Weit über 100 Ponds auf dem Weg, Isaac macht das gut. Ankunft im kleinen Camp nach. 18:30. Wir drei plus Isaac plus Small (ein Riesenkerl) plus Mabula der Hausmann und Sedge der Koch. Das Zelt mehr als rustikal, WC im Freien ohne Dach und das bei dem Wetter. Wenig Waschgelegenheit, überhaupt wenig Platz. Und es schüttet ohne Ende. Spaß ist etwas anderes.
Abendessen unterm Zeltdach. Wie immer erstaunlich gut, Gin & Tonic, zwei Glas Wein, es reicht. Mühsam die Zähne geputzt, jetzt im Feldbett und über uns hat sich der Himmel geöffnet. So einen Regen haben wir sicher nicht verdient. Hoffentlich wie vorausgesagt nur bis Sonntag.
Samstag, 15.11.2025, Xakanaka Camp
n der Nacht nimmt der Regen noch zu. Heftig, wirkt unter dem Zeltdach noch heftiger. Es ist schon sehr rustikal. WC und Dusche im Freien ohne Dach, das geht nachts nur zusammen. Das private WC eine eigenartige Konstruktion, ein Loch im Boden, darauf eine WC-Schüssel mit Deckel. „Gespült“ wird mit Sand, der in einem Eimerchen neben der Schüssel steht. Je nach Wetterlage gehst Du mit Regenponcho aufs Örtchen oder Du holst Dir einen Sonnenbrand. Nicht viel Platz im Zelt, Koffer neben dem Bett gestapelt, das war’s dann schon - fast. Vom Service alles da. Duschzeug, Shampoo, Peaceful sleep. Nur mit dem Licht sind sie etwas sparsam. Es ist einfach mitten im Busch des riesigen Nationalpark Moremi. Wir lernen, 5.000 qkm groß. Die Nacht nicht wirklich gut. Gepennt bis 23:30, dann die erste Runde, danach dauert es, bis wir wieder schlafen. Der Regen prasselt aufs Zeltdach. Irgendwann sind wir doch weg. Dann höre ich Stimmen. Noch dunkel, es ist 4:00, die Jungs stehen auf und bereiten vor. Lachen, Gespräche, sie machen ihr Zeug. Kein Regen mehr. Der Ruf eines Löwen nahebei, auch Hippos sind zu hören. Ein Tier läuft am Zelt vorbei. Isaac meinte in der Früh, evtl. eine Hyäne. Deshalb sollten wir auch die Schuhe im Zelt haben. Um 5:30 aufstehen, Zähne putzen, Gesicht waschen, mehr nicht. 6:00 Frühstück, 6:45 auf den Land Cruiser und los geht’s. Das Wetter bleibt bis Mittag sehr durchwachsen. Manchmal kübelt es ohne Ende. Dank großer Ponchos bleiben wir einigermaßen trocken bis leicht feucht. Isaac, unser Guide und Fahrer richtig nass. Macht ihm nicht viel aus, so haben wir keinen Grund zu meckern. Der Busch duftet und die ersten Sightings. Elefanten, Zebras, Impalas, diverse Reiher und Störche aller Größen. Macht gleich wieder Spaß. Sogar einen „Kill“ sehen wir. Ein Yellowbilled Storck kämpft mit einem Frosch und ein Mitglied einer Mungo-Gang hat seine Beute im Maul. Relativ viel los. Zwei, drei Selbstfahrerteams mit Zelt aus Namibia - zumindest die Autos - und aus Südafrika nutzen die Muddy Roads. Heftiges Geschaukel, tiefe Tümpel auf den Wegen. Isaac kennt sich gut aus, kennt jede Kurve und jede Abbiegung. Nach drei Stunden und einem weiteren heftigen Guss gibt es Kaffee und Rusks. Langsam retour ins Camp. Der Himmel klart ein wenig auf. Mittagessen wieder viel zu viel und gut. Unsere Bucketshower werden vorbereit und schon gießt es wieder. Egal, Reinigung muss sein. Also eine Shower im Shower. Tut richtig gut und wir fühlen uns wieder sauber. Jetzt haben wir ein wenig Zeit zum Ruhen und Ute versucht, die Kofferschlüssel zu finden. Im kleinen Zelt gar nicht so einfach. Außerdem muss gepackt werden. Morgen früh um 5:00 Wecken, dann Kaffee und ab und das Zelt wird abgebaut und ins nächste „Camp“ gebracht. Das Camp hier ist einfach ein kleiner Platz unter Bäumen. Außer uns niemand da.
Zuhause mal checken, ob wir Manuelas Preis für die Tour herausfinden. Auf ihrer Tasche steht „private Safaris“.
Nach dem Hightea um 15:30 gegen 16:30 wieder ab auf den Bock. Kein Regen, außer einem leichten Drizzle im herrlichen Abendlicht. Hippo beim Warten auf einer Gähner beobachtet -erfolgreich, eine Menge Vögel, traumhafte Landschaft, Impalas, Kudu und Lechwee satt. Herrlicher Sonnenuntergang, dann zurück ins Camp. G&T am Feuer, dann Abendessen. Viel geratscht, viele fliegende Termiten abgewehrt, nach dem Essen eher fluchtartig zurück ins Zelt. Rest für morgen gepackt, alles eingesprüht und gegen 21:00 Feierabend gemacht.
Sonntag, 16.11.2025, Khwai Concession
21:15, ziemlich fertig, aber glücklich. Nacht im engen Zelt bis 3:00 gut, dann ein fetter Regenschauer. Hört um 4:00 auf. Die Jungs und ich schon wach, offizielles Wecken um 5:00, auf den Bock um 6:00. 13 Stunden Fahrt über Stock und Stein von Xakanaxa nach Khwai. Isaac macht einen Monster Job. Gar nicht so viele Sightings - is doch klar im Frühling - viele Neugeborene Impalas und Affen auf der Straße. Ein sterbendes Impala am Boden, keine äußeren Verletzungen. Wenig Verkehr auf den Pisten. Eigentlich viel zu erzählen, jetzt sind wir unter dem Sternenhimmel einfach nur müde.
Montag, 17.11.2025, Khwai Concession
Ne, gestern war ein unglaublicher Tag. Im Khwai auf kurvigen Buschpisten eng bewachsen, fast eine grüne Hölle. Nach einer Linkskurve steht uns plötzlich ein Elefantenbulle gegenüber. Ein mächtiges Tier, frisst am Wegesrand - interessiert sich nicht im Entferntesten für uns. Frisst, geht wieder in den Busch. Kurz darauf eine kleine Elefantenherde am Wegesrand. Ein junger Bub mantelt sich auf, trötet und warnt uns mit wedelnden Ohren. Dann merkt er, dass er wohl etwas zu forsch war und versteckt sich ganz schnell hinter seiner Mama, die seelenruhig weiter frisst. Das Beeindruckende an der Fahrt sicher die Länge. Es mögen keine 100 Kilometer in den vielen Stunden gewesen sein, die endlose Fahrt durch das Grün des Busches, mal ganz eng an den Büschen entlang, mal weiteres Gelände. Ein paar Pausen, um sich zu strecken, die Ruckelei schon anstrengend. Am Abend zeigt das iPhone 15.000 Schritte an, obwohl keine 100 Meter gegangen. Mittagspause irgendwo im Busch. Sedge, der Koch hat uns gut versorgt. Salami, Kartoffelsalat, Waldorfsalat und etwas Hühnchen. Spannend auch die Gates zu den einzelnen Sektionen des Moremi Nationalparks. Jetzt sind wir schon zum dritten Mal hier, aber nur einen einen Bruchteil gesehen. Die Gates stehen einfach nur rum. Mit Kontrolle, Kassenhaus und jeweils mehr oder weniger funktionierenden Toiletten. Ich muss daheim noch recherchieren, wie die Concession heißt, die nach Xakanaxa und vor Khwai kommt. Gegen 18:00 auf der Piste setzt die Dämmerung ein. Was für ein magisches Licht. Sonnenuntergang hinter dem gleißenden Wasser eines Tümpels. Das Camp bereits aufgebaut, schöne Location an einem natürlichen Weiher. Kurz Zeit, um noch zu Duschen, mit einem G&T ans Feuer, es wurden dann zwei draus. Noch ein Glas Wein zum wieder hervorragenden Abendessen, Linsensuppe, Chickencurry mit CusCus, Kürbisgemüse und Zucchinisalat. Zum Nachtisch Mousse au Chocolate. Um 21:00 unmittelbarer nach dem letzten Bissen ab ins Bett. Schnell eingeschlafen. Der Gin jagt mich leider oft raus, egal. Nachts eine spezielle Atmosphäre im Freiluft-WC, die Sterne über mir.
Heute Morgen wieder 5:30 wecken, wir fangen langsam an. Im Camp fühlt es sich so sicher an. Einfach ein Platz im Busch ohne jeglichen Service und nur die vier Jungs des Teams und wir drei Gäste. Verstehen uns mit Manuela wirklich gut, es harmoniert. Nach drei Tagen wieder mal rasieren, ab zum Frühstück und um 6:45 ab in den Busch. Herrlich kühles Wetter, es bleibt trocken. Lange und langsame Fahrt durch die Concession. Isaac sucht die Spuren der Wild Dogs, die wir gestern gesehen hatten. Die vier aktiven Safari-Teams im Park stimmen sich per Funk ab, wo die Tiere zu finden sein könnten. Nach etwa einer Stunde kommt ein Selbstfahrer-Pärchen, hält und meint, dass in etwa zwei Minuten Entfernung ein Rudel Wild Dogs ein Baby Impala fressen. Nichts wie hin und da sind sie. Kein Dutzend Tiere mit ihren Nachkömmlingen. Die Kleinen fressen das Fleisch, die Erwachsenen die Knochen. Sie krachen beim Beißen ähnlich wie beim Fraß der Hyänen. Und wir sind so nah dran und erst mal alleine. Eine ganze Weile beobachten wir die vom Aussterben bedrohten Tiere.
Dann kommt noch ein Land Cruiser daher, am Schluss sind wir drei Fahrzeuge, alle sehr dünn besetzt. Faszinierende Bilder. Wir fahren um die Ecke, um Kaffeepause zu machen. Da meint Isaac nur, dass es besser wäre, wieder ins Auto zu steigen. Die Hunde kommen daher, haben ein weiteres Baby-Impala gejagt. Für die Menge Tiere nur zwei Snacks für zwischendurch. Ganz beglückt fahren wir langsam, auch, weil etliche Wege durch den Regen nicht mehr passierbar sind oder durch von Elefanten umgeknickte Bäume quer auf dem Weg liegen. Nach fünf Stunden auf Game Drive wieder im Camp, kurz durchschnaufen und dann gibt es Mittagessen. Heute Bobotje, Reis, Zucchinigemüse und Broccoli Salat. Und jetzt machen wir Siesta. Langsam kommt das Camp wieder auf die Beine. Manuela, Ute, Isaac, Mabule und Sedge haben auch geruht, der etwa 1,85-1,90 m große Small ist mit dem LKW unterwegs. Wahrscheinlich Wasser beschaffen und Müll wegbringen. Die Menschen gehen mit ihrer Umwelt sehr pfleglich um. Wasserverbrauch ist minimiert. Zum Duschen und Waschen gefiltertes Wasser aus dem Tank, Plastik vermieden, jeder hat eine Alu-Flasche mit Namen drauf als Trinkflasche bekommen. Das Duschwasser mit Mopane-Holz erhitzt, nehmen sie auch zum Kochen her, riecht gut, schmeckt gut. Bleib beim Duschen. Das Duschwasser ist so heiß, aufpassen, sonst verbrühen wir uns. Ok, es kommt ohnehin nur tropfenweise aus dem Eimer über uns. Auf jeden Fall hab ich heute Morgen zu Isaac gesagt, dass ich seinen Plan verstanden habe:
„You are feeding us like hell, then you broil us during the shower, only to feed us to the lions“.
Kaffee ist fertig, dann geht’s wieder los. Ne, Eines noch. Wir haben gelernt, dass die gemeinsame Sprache in Botswana neben Englisch Setswana ist, die Sprache sehr kompliziert und mäandert. Die vier Jungs hier reden und reden und reden miteinander. Ute meint nur, dass es erstaunlich ist, wie viel Männer, die Tag und Nacht gemeinsam beim Campen unterwegs sind, sich zu sagen haben. Wenn wir nur wüssten, ob die Länge der Aussagen vom Mäandern oder vom Inhalt kommt.
Um 16:00 nach dem Hightea mit herrlichem auf Holzkohle frisch gebackenem Kuchen ab zum Afternoon Drive. Wir cruisen durch einen Teil der Concession auf der Suche nach Katzen. Ist schwierig zu dieser Jahreszeit, wußten wir, dennoch, das Grün der Landschaft und das schon absurde Licht unter tief hängenden Wolken entschädigen uns, nicht die „großen“ Sightings zu haben. Kurz nach Anfahrt ein wunderschöner Tawny Eagle auf einem Baum, mehrere andere Adler, leider heute keinen Battaleur Eagle, egal. Irgendwann kommen wir auf unserer Reise wieder am Camp vorbei. Ich scherze noch, dass wir einen G&T „on the fly“ mitnehmen können. War wohl eh Isaacs Plan. Sedge reicht uns eine Flasche Gin weiter geht’s. Am Hippo Pool erleben wir viel Spaß.
Manuela möchte unbedingt ein Hippo außerhalb des Wassers erleben und ein gähnendes Hippo. Das Hippo war dann schon draußen, aber Manuelas Kamera nicht bereit. Und gegähnt haben sie auch schön für uns. Dann begann der Spaß. Isaac wollte ein paar kreative Ideen umsetzen. Auf einen Baumstumpf am Hippopool, die Hippos relativ nahe und böse schauend, stellt er eine Flasche Wein, Amarula und Bier, legt sich auf den Boden und wartet, ob ein Hippo gähnt. Ganz nach dem Motto „Vordergrund macht Bilder bunt“. Was hatten wir einen Spaß. Mindestens eine Stunde verbringen wir am Rand des Hippopools, lachen, quatschen, trinken einen G&T, haben zu viert Spaß. Das afrikanische Abendlicht kommt, dunkle Wolken, eine weitere magische Stimmung nahe unserem Märchenwald. Irgendwann müssen wir zurück ins Camp.
Noch vergessen, einer der Ponds war komplett mit braungrünen Pflanzen bedeckt. Die Jakanas oder auch Jesusbirds genannt, da es den Anschein hat, daß sie über Wasser laufen können, laufen über die Pflanzen wie einen Parkettboden. Eine Entenmama versucht für ihre winzigen Küken einen Wasserweg freizubekommen und scheitert beinahe. Eine dicke, zähe Pflanzenmasse auf dem Wasser. Wir lernen, das ist eine invasive Art aus Südamerika, namens Kariba oder auch Salvinia Modesta. Sie breitet sich im Okavango Delta immer mehr aus und erstickt die Weiher regelrecht. Die Fische sterben, das Ökosystem kollabiert. Sie können aktuell nichts dagegen machen. Die Hippos transportieren die Samen zwischen den Weihern bzw. Tümpeln. So breiten sie sich auch immer mehr aus.
Das Abendessen steht bereit, wieder eine göttlich schmeckende Suppe, anschließend Boef Stroganov mir Reis und Krautsalat. Sedge kocht mit den bescheidenen technischen Mitteln hervorragend.
Wieder sinken wir um 21:00 direkt vom Tisch aufstehend ins Bett. Licht haben wir eh nicht viel, nur ein paar wenige batteriebetriebene LEDs.
Dienstag, 18.11.2025, Khwai Concession
Wieder die tägliche Routine. 5:30 wecken, 6:00 Frühstück, 6:30 Abfahrt. 90 Minuten über Stock und Stein, ein paar Hammerkoop, die im Gegensatz zu Südafrika nicht „greyish“ sondern eher „brownish“ sind, sind im Weg, eine Hyäne quert die permanente Buckelpiste, ansonsten ist Transfer angesagt. Die paar ganz wenigen Menschen, die wir treffen winken alle fröhlich. Wir natürlich zurück. Gute Stimmung. Am Gate zum Parkausgang parkt ein Selbstfahrer, vier Menschen sind drin. Wir winken, sie schauen nur grumpy. Das müssen Europäer sein. Reisen im Busch müssen eine Strafe sein. Holländer in diesem Fall. Haben keinen Spaß, sind nur unfreundlich. Wir queren einer dieser abenteuerlichen Brücken und durchqueren das kleine Dorf Khwai. Hütten und kleine Häuser weit verstreut, Infrastruktur sieht ok aus. Unterschied zu den Townships in Südafrika, wir finden keine Satellitenschüsseln. Dafür fehlt wohl das Geld. Viele lächelnde Menschen, nein es sind nicht viele Menschen, ganz im Gegenteil, aber der Prozentsatz derer, die uns winkend und lächelnd begegnen, ist hoch. Noch ein paar Kilometer weiter auf der nun breiten, nicht minder holprigen Schüttelstrecke, dann bei einem Schild scharf rechts in den Busch auf einem Feldweg. Dann stehen wir am Kanal, auf dem wir mit dem Mokoro übers Wasser gleiten dürfen. Davor noch eine Toilette, wir fühlen uns wie im Fünfsternehotel. Toilette mit Wasserspülung. Hatten wir ein paar Tage nicht. Ab in den schaukligen Einbaum, heute aus CFK. Seven, unser Kapitän und Steuermann balanciert am Bootsende im Stehen und sticht mit seinem langen Stecken am Boden, um Vortrieb zu bekommen. Sofort überfällt uns wieder diese beinahe meditative Stimmung, wenige Zentimeter über dem Wasser zwischen Wasserlilien dahinzugleiten. Stille, außer den Erklärungen von Seven nichts zu hören. Das Wasser sehr flach, die Überschwemmungen im Okavango Delta nähern sich dem Ende entgegen. Für den weiten Weg, den das Wasser alljährlich von Angola hierher strömt, riecht es vollkommen frisch, ist fast badewannenwarm. Ein Elefant verstellt uns den weiteren Weg. Ein mächtiger alter Bulle frisst die Wasserpflanzen. Wir lernen, dass es das Einzige ist, was er ohne Mahlzähne noch essen kann. Meist wendet er uns den Rücken zu und lässt sich nicht stören. Nach einer Weile geben die beiden Bootsführer auf und wir nehmen die andere Richtung den Kanal entlang. Seven hat viel zu erzählen, sieht noch den kleinsten Kingfisher in weiter Ferne oder die Büffel, die im Busch in Ufernähe grasen. Kaffeepause und wir zwei kommen uns näher. Tauschen uns über das Leben aus, er erzählt, dass er vom Norden des Delta ist, wegen Mangel an Arbeit hier arbeitet. Mokoro beherrscht er schon seit seiner Kindheit. Mokoro waren früher und sind auch heute noch gängiges Transportmittel im Okavango Delta. Auf meine Frage, wie lange es dauert, bis die Balance, meint er nur: „it takes some shower in the channel“. Ein smarter junger Mann, ich bekomme ein schönes Portrait von ihm, wir tauschen E-Mail-Adressen aus. Er will eine professionelle Guide-Schule besuchen, hat dafür aktuell kein Geld. Manuela hat glücklicherweise Dollar dabei und leiht uns was. Auch sie sehr spendabel, obwohl sie es gar nicht so hat. Andere Geschichte, die nicht hierhergehört.
Am späten Vormittag zurück Richtung Camp. Wir kommen wieder durch Khwai, fahren an einem Kindergarten vorbei. Auf meine Frage, ob Isaac kurz halten kann, „klar, Ihr könnt sogar reingehen. Fotografieren erlaubt“. Machen wir, auf Augenhöhe der Kinder und bevor die Kamera eingestellt ist, überfallen die 30-40 Kids uns. Ich drück ein paar Dutzendmal drauf, wahrscheinlich alles unscharf, macht gar nichts. Eine lachende Meute posed für uns. Die Mädels haben offensichtlich durchaus Zugang zum Internet. Drei oder vier Kids hängen sich an Ute. Wir lassen sie einfach alle gewähren, werden geboxt und geknuddelt, eine wilde lachende Bande. Die Lehrerin schaut lächelnd aus einiger Entfernung zu. Was für ein Spaß für alle von uns. Zum Abschied gibt es eine Menge High fives und schließlich fahren wir zurück. Mittagessen, Duschen, Ausruhen. Ute packt schon, morgen in aller Herrgottsfrühe fahren wir ab Richtung Savuti, auf das wir schon sehr gespannt sind.
Am Nachmittag noch einmal auf Game Drive hier im Khwai Gebiet. Es ist schon spannend und für uns der gewaltige Unterschied in Südafrika. Dort siehst Du auf den Game Drives in kurzer Zeit wesentlich mehr, was Gelegenheits-Safari-Besucher erwarten. Hier fährst Du oft Stunden ohne große Sightings. Es ist mehr zu arbeiten. Dafür werden Details besser sichtbar.Gähnende Hippos, ein Kampf zwischen einem African Marsh Harrier und einer plötzlich aufsteigenden Schar von Singvögeln, die ihre Nester verteidigen. Oder gar der köstliche Geruch von wildem Basilikum, der einfach so am Wegesrand wächst. Wir sehen zwei schlafende Löwen. Langweilig, wir sehen Baby Impalas im weichen Abendlicht, traumhaft. Im Feldbett liegend hören wir um die Ecke Löwen brüllen. Wahrscheinlich die gleichen, die heute Nachmittag gepennt haben. Sehen eine Menge lilac breasted Roller, pied Kingfisher, die über dem Wasser hoovern, bevor sie sich auf kleine Fische stürzen. Genießen den Sonnenuntergang im Busch, fahren nachts über Stock und Stein zurück ins Camp. Noch schnell ein G&T am Feuer, dann zum Essen unter das Zeltdach, ab ins Bett. Morgen früh um 5:00 Wecken, ein langer Tag steht an.
Mittwoch, 19.11.2025, Savuti
Das Wecken um 5:00 war eh kein Thema. Mitten in der Nacht wachen wir ALLE auf. Wahnsinnig lautes Löwengebrüll. Es klingt so nah. Für mich war er direkt neben dem Zelt, Manuela meinte am Morgen, das gleiche von ihrem Zelt. Nur Ute ganz abgeklärt, nö der ist vor dem Zelt von Isaac. Unser aller Herzen, auch das der Crew legte um ein paar Schläge pro Minute zu. Nein, keine Angst, beeindruckt vom unfassbaren Gebrüll der beiden. Wir lernen, dass Isaac draußen beim Pinkeln war, da hat er sie entdeckt, dann seine Taschenlampe geholt und sie damit verscheucht hat. Sonst hätten sie im Camp gepennt. Auch eine Hyäne schlich durchs Camp. Die hab ich gehört.
Wir haben einen schleichenden Platten vorne rechts. Ganz locker wird ein kleiner Kompressor angeschlossen und der Reifen wieder aufgepumpt.
Trailer an den Land Cruiser gehängt, Taschen reingeworfen und wir kommen dennoch pünktlich weg, treiben uns noch drei Stunden im Park herum, damit die Jungs das Camp abbauen können, losfahren und wir immer als Backup hinter ihnen bleiben können. Sie können mit dem Lastwagen nicht über die Brücken fahren, müssen Umwege fahren. Schleicht ein junges Krokodil durch die Büsche. Ungewöhnlich, ist wohl auf dem Weg zwischen zwei Tümpeln unterwegs. Wir entdecken wieder zwei aus dem Wild Dog Clan kommunizieren mit dem Rest ziemlich laut, wir folgen. Nach einer Weile schließen sie zusammen und beraten, wie es weitergeht. Das ist richtig spürbar, wie sie sich abstimmen. Sind gesund aussehende Kerle und Mädels und Puppies, scheinen Appetit zu haben. Jenseits eines Tümpels, der wieder voller Kariba. Minutenlang überlegen sie, ob eine Durchquerung machbar ist. Gegenüber steht ein leckeres Lechwee. Tatsächlich entdecken die Wild Dogs eine flache Stelle, laufen rüber und ihre strategische Jagd beginnt. Wild Dogs sind Chaser, also Jäger, die sehr lange ihre Beute jagen und dabei große Entfernungen überwinden. Leider können wir nicht hinter her.
Auf einer Lichtung wie drapiert ein paar Zebras, Giraffen, Warthogs und Wildebiests. Schönes Bild.
Verlassen des Moremi Nationalparks nach dem Auschecken über die sehr sehr schmale Holzbrücke und die paar Kilometer bis ins Dorf gefahren. Wir halten noch einmal am Kindergarten. Eine private Wohltätigkeitseinrichtung. Die Erzieherin Sandrar begrüßt uns und führt uns ins Klassenzimmer. Eine schreiende Kinderbande zwischen zwei und sechs Jahren begrüßt uns. Mit ihrer klaren Stimme sorgt Sandrar für Ordnung. Die Kids sitzen auf kleinen Plastikstühlen und kucken sehr neugierig auf die drei alten weißen Menschen. Es kommen über das Jahr verteilt, immer wieder Touristen vorbei, die wie wir eine kleine Einführung bekommen. Heute ist ein besonderer Tag, die Kinder werden auf die Graduation, also Prüfung für die Grundschule vorbereitet. Es wird gesungen, ein kleines Stück aufgeführt, dann nochmals mit ihren lauten Stimmen gesungen und wir singen mit. Dann stürzen sie sich wieder auf uns. Guter Laune, wollen sie berühren und raufen und und und, was Kinder einfach machen. Wir lassen sie gewähren, lassen auch ein paar Dollar hier. Isaac meinte 10$ pro Person sind mehr als ausreichend. Damit kann wieder etwas Material angeschafft werden. Sehr beeindruckt setzen wir uns wieder auf den Bock.
Jetzt erwartet uns eine lange extreme Rüttel-, Schaukel-, Kippen- und Bouncingstrasse. Wir haben etwa 12 Stunden auf der Piste zu verbringen. Als Maximalgeschwindigkeit sehen wir auf einem sehr ruhigen Stück 42 km/h, ansonsten zwischen 5 km/h und 30 km/h, die sich wie Renntempo anfühlen.
Nach ein paar Stunden auf dieser Hauptstraße Richtung Maun, biegt Isaac scharf links auf eine schmale Buschpiste ab, Hinweisschilder sind hier meist Fehlanzeige. Wir erreichen den Chobe Nationalpark, lernen, dass er mit über 20.000 Quadratkilometern etwa viermal so groß wie der Moremi Nationalpark ist. Das, was wir auf den letzten drei Besuchen hier kennengelernt hatten, ist nur ein ganz kleiner Streifen, der am Chobe River liegt. Wir erreichen kurz darauf das Mababe Gate. Das riesige Hinweisschild mit vielen Aufklebern beklebt, auch deutsche. Na klar, wir sind ja überall und lassen unsere „gute Kinderstube“ nicht daheim. FC Köln und „Fette Sahne Fischfilet“Picker sind fehl am Platz. Danach erreichen wir die Mababe Depression. Eine gewaltige Ebene. Wir kommen aus dem Buschland raus und sehen die scheinbar unendliche Weite (geklaut von Raumschiff Enterprise). Der Boden grün vom Regen, der Himmel blau mit kleinen weißen Wolken gespickt. Am Horizont ein einzelner abgestorbener Baum. Das Foto von der Szene nenne ich „Gateway to infinity“. Mittagspause mit diesem Blick. Können uns gar nicht satt sehen. Isaac ruft zum Aufbruch. Und wieder auf die Rüttelstrecke. In der Ferne ein paar einzelne Elefantenbullen.
Irgendwann erreichen wir das Gebiet von Savuti. Die Uhr zeigt schon 16:00, wir strecken uns noch einmal und weiter über Stock und Stein. Durch Wassertümpel, manche so tief, dass unser Gefährt kämpfen muss oder wir eine Umgehung durch den Busch nehmen. Immer wieder Raubvögel zu sehen. Tawny Eagle, Battaleur Eagle, natürlich Fish Eagle, einige Kite (Falken). Das Abendlicht läßt die Gegend verzaubert aussehen. Plötzlich schließt ein Vogel mit rotem Schopf wie eine Rakete senkrecht in die Höhe genauso läßt er sich fallen, der Red Crested Korhan. Seine Art zu jagen. Wir biegen ab und sehen viele abgestorbene Bäume. Mit Geiern und Marabu überseht. Etwa 20-30 Bäume mit Hunderten von Aasfressern. Hier muss was los sein. Isaac biegt links ein, ein Weg nur schemenhaft zu erahnen und wir fahren in den Busch. Da liegt er. Ein toter Elefant, schon aufgebrochen und es stinkt gottserbärmlich. Ja, das Aas nährt sie alle. Nur ein paar Minuten weiter rechts ab, wir erreichen unser Camp. Es ist leer. Jetzt wird sogar Isaac etwas unruhig und dreht um. Wenn die Jungs hängengeblieben sein sollten, müssen wir den ganzen Weg zurückfahren. Unser Camp hat die Bezeichnung 25a, er schaut auf den Plan. Vielleicht haben sie sich geirrt und sind auf 25b gefahren. Auf dem Weg dorthin treffen wir auf einige heimfahrende Fahrzeuge. Isaac kennt die Guides alle, ratscht freundschaftlich mit ihnen. Einer erzählt, dass er unsere Tourage Richtung 25b fahren gesehen hat. Also dorthin. Nach einer Kurve wird es zivilisiert. Ein Fußballplatz auf dem staubigen Boden aufgezeichnet, die Männer kicken nach der Arbeit. Einige Häuser, die Büros der Parkverwaltung, ziviles Leben eben. Wieder im Busch, finden wir unsere Mannschaft wieder. Nach über 12 Stunden sind wir nur 15 Minuten später dran als Isaac prophezeit hatte. Alles gut. Kurz duschen, einen G&T für jeden. Manuela wird genötigt, obwohl sie heute Morgen einen kleinen Hangover hatte. Schnelles Abendessen und ab in die Falle. Eine schnelle und ruhige Nacht.
Donnerstag, 20.11.2025, Savuti
Bin schon ne Stunde wach, bevor wir um 5:30 geweckt werden. Aufstehen, kurz frisch machen. Ab zum Frühstück und um 6:30 auf das Fahrzeug. Gegen 8:00 stoßen wir auf ein Löwenrudel. Eine kleine Zelle der sogenannten Northern Pride, die in Summe bis zu 30 Löwen beinhaltet, die sich aus 50 Löwen aufgespalten haben, da die Nahrungssuche für die große Gruppe zu schwierig geworden ist. Gut, sie liegen mit ihren fetten Wänsten nach der Jagd im Schatten unter einem Busch. Deutlich mehr Fahrzeuge als im Moremi. Wir begegnen an manchen Tagen bis zu 10 Fahrzeugen pro Tag. Uns fällt ein Augapfel aus. Ein Mobile Home mit Braunschweiger Nummer kommt um die Ecke. Schulterzucken. Kurze Zeit später ein Mobile Home mit Berliner Kennzeichen. Wir halten kurz nebeneinander, tauschen ein paar Worte aus. Ein jüngeres Paar mit ganz offenen Augen, Berliner Schnauze, sehr sympathisch. Sie haben ihr Fahrzeug hier im südlichen Afrika stehen. Dass dies nicht ihre erste Tour ist, sehen wir an den Flaggen, die aufgeklebt sind. Der ganze Süden des Kontinents ist zu finden. Wir wünschen uns gute Sightings und Off we go.
Die Funkgeräte bleiben plötzlich nicht mehr still. So oft, wie Isaac direkt angesprochen wird, ist er beileibe kein Unbekannter hier. Im Buschland unterhalb des berühmten Savuti-Felsens ist ein Impala Weibchen gesichtet worden, das offensichtlich auf der verzweifelten Suche nach ihrem Baby ist. Da ist wohl ein Leopard in der Gegend. Ab jetzt konzentrieren sich vier Guides und die Impala Mama nur noch auf die Suche nach dem Tier. Mein Gott, sehen die viel. Nach einer langen erfolglosen Weile fahren wir zu einem „Stretchpoint“. Wir können nicht beliebig irgendwo im Busch halten, nur an ausgewählten Stellen. Ein riesiger Baobab spendet uns während der Kaffeepause mit Rusks Schatten. Es ist schon warm geworden. Der Baobab gehört zu den gefährdeten Pflanzen. In der Trockenheit ziehen Elefanten die Rinde ab, um an die Flüssigkeit des Baumes zu gelangen. Daran sterben viele Bäume ab. Die Damen können nicht hinter den Baum auf Toilette, Isaac entdeckt im Baum ein Bienennest. Die Bienen hier sind noch wesentlich aggressiver als die Wespen. Die Früchte des Baobabs sind essbar. Schale geknackt, ein Stückchen rausgenommen. Schmeckt und fühlt sich in etwa wie getrockneter Apfel an. Über uns versorgt ein wunderschöner Read Headed Weaver sein Nest. Wir Boys holen unsere langen Linsen und warten auf Licht und machen ein paar Aufnahmen. Mal zuhause kucken, ob sie gelungen sind. Die Nikon Z9 fängt schon im Tiermodus die Augen ein, auch wenn sie winzig klein sind. Muß mal den Vogel Modus sehen. Wir fahren weiter und erreichen eine Weite scheinbar ohne Ende. An einem Ort Marabus, Warthogs, Wildebeast und Zebras. Komisch, die Kamera erkennt Zebras nicht als Tiere. Muss mal mit Klaus über die Bildungslücke von Nikon sprechen.
Etwa 30 Marabustörche sitzen am Boden, haben die Flügel weit ausgebreitet. Die Sonne trocknet sie nach ihrem Bad im Tümpel. Ihre Flugkünste funktionieren nur mit trockenen Flügeln. Dann hebt einer nach dem anderen ab. Ein Schauspiel beginnt. Sie schrauben sich in der Thermik elegant und ohne Flügelschlag in die Höhe. Isaac meint, sie können über 2.000 Meter über Grund fliegen. Die Piloten hier müssen aufpassen, um nicht zu kollidieren. Hinter einer Kurve kreuzt eine größere Elefantengruppe den Weg. Etwa 20 Elefantendamen mit ihren jungen. Nicht zu hören. Nur das Knacken der Äste. Wir lernen, dass die Elefanten über der Fußsohle 15-25 Zentimeter dicke Dämpfer aus purem Fleisch tragen, was sie so leise macht. Unser Guide gibt uns an jedem Sighting alle Zeit der Welt. Auch mal ne halbe Stunde.
Sichtung eines wunderschönen European Roller. Ähnliche Farben wie der lilac breasted Roller nur größer. Sie können von hier bis Finnland und zurückfliegen. Stell Dir mal diese Leistung vor.
Im Schein des Abendlichts stoppen wir länger, um das „Necking“ zweier Giraffenmänner zu beobachten. Die Kerle lassen mit voller Wucht ihre langen Hälse gegen den Körper des Gegners krachen. Das muß höllisch schmerzhaft sein. Kein Wanken, kein Zucken. Gleichzeitig wird mit dem Hinterteil versucht, den anderen aus dem Gleichgewicht zu bringen.
Auf dem weiteren Weg finden wir immer mehr offene Flächen, auf den sich die Zebraherden für die anstehende Migration in die Makgadikgadi sammeln. Eine wesentlich längere Migration als in Ostafrika. Diese Wüste während des Zebrazuges ist noch ein Ziel für uns. Wir kommen wieder am Staff Camp vorbei, wo im goldenen Abendlicht zwei Mannschaften in ihren bunten individuellen Trikots gegeneinander Fußball spielen. Keine Ahnung, wie sie die Spieler einer Mannschaft auseinanderhalten können. Auch Frauen spielen mit. Das Spielfeld eine Sandfläche mit tiefem Boden, der Ball unkontrollierbar. Erstaunlich wie die Mannschaften des Camp Staffs gegen eine Mannschaft des hier ansässigen Militärs kämpfen. Durchtrainierte Menschen mit guter Balltechnik und Spielfreude. Und sie freuen sich alle, im Feierabend sich auspowern zu können. Auch hier ein längerer Stopp.
Schließlich doch der Leopard. Das Funkgerät informiert über den Ort der Sichtung. Genau da, wo wir am Morgen schon waren. Es ist schon gut dunkel. Isaac entdeckt ihn. Es dauert, bis wir ihn in der Ferme sehen. Ein wunderschöner Leopard, kaum zu fotografieren, umso schöner, ihn zu beobachten. Glücklich geht’s zum Camp zurück. Wir haben Leoparden schon wesentlich näher gesehen, meist in private Camps mit Zäunen. Hier macht die Jagd in diesen irrsinnigen Nationalparks große Freude und einen Blick auf das ferne Tier umso wertvoller.
Zurück ins Camp und noch ein paar Heldengeschichten mit G&T am Lagerfeuer. Nach der Riesenportion Lasagne vom Mittag wird mit dem Abendessen jetzt weniger gegessen. Nach dem Essen erzählt Isaac zwei Geschichten von Begegnungen mit Löwen. Einmal im Camp mit einem großen Rudel und zwei sich wild bekämpfende Löwenmänner. Wie er den gewaltigen Kampf beschreibt, mit dem ganzen Körper zeigt, was geschehen ist und das Brüllen und Fauchen imitiert, ist einfach filmreif. Der Kampf fand auch über einem kleinen Zelt eines der Mitarbeiter statt. Bedenke, dass Löwenmänner im Stand kämpfen, dabei deutlich über 2 Meter hoch werden und dann einer auf das kleine Zelt mit dem Menschen drin fällt.
Eine letzte Geschichte erzählt er über ein Camp, in dem ein Pärchen vergessen hatte, das Zelt zu schließen, als sie auf Game Drive gegangen sind. Eine Reinigungskraft entdeckt Blut und informiert panisch, dass einer der Gäste tot sei. Der Manager weiß, dass alle Besucher weg sind, packt sein Gewehr und geht zum Zelt. Drinnen hat ein Leopard seinen Kill, ein Impala, aufs Bett geworfen, sitzt auf ihm und frisst. Er jagt ihn raus, das Zelt wird gereinigt.
Merke! Zelt beim Verlassen immer schließen. Wir, fasziniert von dem Geschichtenerzähler Isaac und gehen beseelt ins Bett. Die Löwen rufen draußen.
Freitag, 21.11.2025, Savuti
Pünktlich 6:30 wird das Camp verlassen. Uns kommt eine Menge (vier, das ist hier schon viel) an Fahrzeugen entgegen, angeführt von noch einem Deutschen aus dem Main-Spessart-Kreis. Alle haben von Leopardenspuren gehört, die wohl in Richtung unseres Camps gehen. Wir nehmen die entgegengesetzte Richtung. Vorbei am Leopards Rock entdecken wir am Pistenrand einen Baum, auf dem etliche lilac breasted Roller heftig streiten. So schön sie sein mögen, so unattraktiv ist ihr Geschrei. Sie fliegen hektisch durch die Gegend, bekämpfen sich auf Ästen wie in der Luft. Drama pur.
Längere Fahrt durch die sich langsam verändernde Landschaft. Strauße stehen herum, wieder diese unglaubliche Weite der Savuti Marsh. An einem künstlichen Wasserloch liegen alte Knochen von Elefanten herum, um die Ecke ein großer Zug Zebras, sicher an die 100 Tiere.
Ab nach links. Unter einem Dornenbusch liegt eine Löwenmama mit ihren vier halbwüchsigen Jungen. Sie schaut schon recht neugierig in der Gegend herum, um die Chance auf einen Kill nicht zu verpassen. Auch, wenn sie tagsüber jagen müsste. Wir schauen eine ganze Weile, etwa 20 Minuten, zu. Nicht viel Aktivität der Löwen, Kopf heben, herumschauen. Nichts zum fotografieren aber umso mehr zum Schauen. Die Mitglieder der Marsh Pride schauen auch sehr gesund aus. Wir haben schon einige Löwen gesichtet, so kräftig und gesund waren nicht viele.
Auf dem weiteren Weg eine Herde Zsetsebees. Eine Mutter muss vor Minuten erst ihr Baby zur Welt gebracht haben. Es liegt auf dem Boden und wird sauber geleckt. Ein anderes noch sehr junges Tier saugt an den Zitzen seiner Mutter. Sieht in Fernsehreportagen nicht so mitreißend aus, wie in der Realität. Wieder zurück und ein Stück des Weges im Savuti Channel. Komplett trocken und begrünt, seit 2014 fließt kein Wasser mehr. Tektonische Verschiebungen haben den Fluss verschwinden lassen, weswegen die Marsh in 30-40 komplett ausgetrocknet sein wird und sich zur Wüste verwandelt.
Letzte Mittagspause dieser Tour. Zum letzten Mal die willkommene Pause von drei bis vier Stunden zum Dösen, Duschen, dumm Herumsitzen. Ute packt schon für die Weiterreise und bereitet auch schon langsam die Klamotten für den Flug nach München vor. Uns graut etwas davor. Sind seit fast zwei Wochen komplett von Nachrichten abgekoppelt. Wenn wir auf die traumhafte Landschaft schauen und die Wunder hier aufnehmen, laufen die Tränen. Die Gedanken daran, was in der Welt da draußen passiert, lässt Wut und Trauer und Hilflosigkeit aufkommen. Etwas Zeit bleibt noch im Paradies, auch, wenn der Circle of Nature hier Leben und Sterben bestimmt. Erinnere Dich beim Neuprogrammieren der Z9, auf eine Funktionstaste die Wahl der Bildfolge von Single bis
Verfolgen nachmittags ein Löwenpaar zum Wasserloch, ein Elefant vertreibt die Löwendavon ein mächtiger Kerl. Die Löwen ziehen kampflos von dannen. Das ist schon etwas Eigenartiges. Savuti ist bekannt für seine beiden mächtigen Löwenrudel, die Northern Pride und die Marsh Pride. Von beiden Rudeln gibt es Nachweise, dass sie schon auch mal Elefanten jagen und erlegen. Sobald sie alleine oder in kleiner Menge vertreten sind, merken sie ganz schnell, dass ein Rückzug die bessere Strategie ist. Sechs Fahrzeuge haben sich mittlerweile hier versammelt. So einen Andrang haben wir Tage niemals gesehen. Die Elefantenherde mit Baby ist dennoch etwas jedoch unsicher und zieht weiter. Für Elefanten geht nichts über die Familie. Die Schwachen werden geschützt und notfalls mit dem eigenen Leben verteidigt..
Wir fahren weiter und kommen zu einer großer Gruppe von Wilderbeast, die an einem Wasserloch trinken. Die Atmoshäre mit dem strahlenden weißblauen Himmel über satter grüner Buschlandschaft. Unsere Entscheidung, diesmal den Frühling zu wählen, war für uns genau die richtige. Jetzt ist die Zeit der Geburten, jetzt ist die Zeit des grünen Busches. Die Pflanzenfresser haben genügend zu fressen, genießen diese Zeit.
Ein Schakal auf weiter Wiese. Er rennt gar nicht weg, wie wir es sonst gewohnt waren. Langsam wird eine Black Backed Schakal Familie mit drei oder vier kleinen und mindestens zwei großen Cups und 2 Erwachsene. Sind verspielt, werden gefüttert. Isaac gibt uns viel Zeit zu genießen und die Schakale lasse uns zuschauen. Wir bleiben hier. Ein weiterer Schakal kommt. Offensichtlich das Alpha-Tier aus der Gruppe läuft zu ihm, legt sich auf den Boden und begrüßt, indem die Kehle offen anbietet. Wir tauchen ein in ein weiteres Traumbild mit Zebras, Impalas etc. in dem typischen afrikanischen Abendlicht.
Wir stoßen auf Elefanten im Schlammbad und erhalten von Isaac eine weitere Lektion in Sachen Natur. Elefanten Trinken Schlammwasser, da sie eine schwache Verdauung haben. Nur 40% der aufgenommenen Nahrung wird verdaut. Im Wasser stecken viele Mineralien. Wir würden sterben. Für die Tiere ist es lebensnotwendig. Isaac hat es als Kind auch getrunken und erklärt uns gleich wie wir es Filtern können, Nur für den Fall der Fälle. Um die Ecke ein balzender Kori Bustard. Botswanas Nationalvogel. Dumpfe Töne wie eine Basstrommel.
Dumm dumm dumm dumm dumdum plopp. Den Plopp bringen wir nicht so richtig hin. Beobachten den Vogel ganz fasziniert,
Dumm dumm dumm dumm dumdum plopp.
Eine lange Weile sitzen wir im Auto und sind von der Ausdauer des Kori Buster beeindruckt, wie er versucht, ein Weibchen anzulocken. Ist ne ganz schöne Mühe.
Noch mal gehen wir mit Isaac im Fahresitz und wir auf den hinteren Reihen im Dickicht auf Leopardenjagd. Leider wieder erfolglos. Es wird dunkel im Busch. Das Abendlicht wieder dramatisch. Die Sonne geht hinter leichten Wolken orange strahlend unter. Auf dem Heimweg huscht eine Black Mamba über die holprige Piste. Vielleicht. Ganz gut, dass nur Isaac sie gesehen hat.
Zuhause muss ich mal Dereck Beverly Jourbert (Eternal Enemies) im Netz suchen. Unser Guide referenziert immer wieder auf ihn.
Müde erreichen wir das Camp. Wie immer, kurz frisch machen, dann gleich zum Lagerfeuer. Wir führen mit Manuela intensive Gespräche beim G&T über ihr Leben und die neue Situation und Wohnung in Luzern. Wir werden sie sicher besuchen. Isaac führt uns in die Kultur seines Landes, auf das er sehr stolz ist, die vielen Sprachen und Sitten in Botswana und wie wichtig es ist, sie zu akzeptieren, zu verstehen und bewahren. Bye bye Savuti.
Samstag, 22.11.2025, Savuti
Schlecht geschlafen, Halskratzen - im Busch bei knapp 30 Grad? Egal, Ute versorgt mich hervorragend. 5:00 wecken, 5:30 Frühstücken, 6:00 ab. Nach ein paar Metern im göttlichen Morgenlicht viele Schakale die aufgeregt sind. Funksprüche, Ferrari Safari. Auf einem hohen Baum sitzt auf ca. 15-20 Metern Höhe ein Leopard. Steigt etwas tiefer. Viel Zeit, besserwissende Arschlochdeutscher (sorry für das Schimpfwort, manchmal schämen wir uns für einige unserer Landsleute), der allen Ernstes den Menschen, die hier leben und arbeiten, sagen zu wollen, was richtig und falsch ist.. Isaac bleibt ganz ruhig, wir kochen innerlich. Seine innere Ruhe und Gelassenheit sind bemerkenswert. Nach 30 Minuten geht’s glücklich weiter, mehr Schakale.
Letzte Fahrt durch den Savuti Channel, dann auschecken und gegen 8 Uhr auf die Piste. Wir treffen unsere Jungs im Lkw. Sie fahren wieder voraus, wir sind das Backup, etliche Stunden Fahrt liegen vor uns. Nach 90 Minuten Rüttelstrecke auf der linken Seite eine Lücke im Busch. Eine große Elefantenherde nimmt in einem Wasserloch ein ausgedehntes Schlammbad. Was für eine Begegnung. Am Savuti Gate treffen wir zwei Israelis. Reisen hier seit 1981. Zwei Jungs, wohl ein Paar, ziemlich kernige Typen.
Zäh heute, heftige Rüttelstrecke, schlägt im Safari Auto wesentlich mehr durch als in den Campern. Drei Stunden keine Autos, dann ein paar wenige. Wir fahren durchs Big Valley. Isaac jubelt, als wir wieder oben sind (den Berg – äh Buckel - hochgekommen sind). Manuela ganz trocken:“ ja was soll ich als Schweizerin dazu sagen?“
Ermüdungserscheinungen. Es ist sehr heiß, Geschwindigkeit 10-35 km/h. Noch fünf Stunden.
Mittagessen mitten im Busch in einem Dorf in einem Innenhof vom Chobe Craft Center. Staubig aber von den Menschen blitzblank gehalten. Eine Geburtstagsparty wird vorbereitet, ein großer Booster mit wunderbarer afrikanischer Musik, wie wir sie mögen. Am Ortsausgang beginnt eine Teerstraße. Hoffnung keimt auf, dass die Rüttelei doch ein Ende hat. Wir schnallen uns an, ist hier Vorschrift. Wir sausen mit satten 50 km/h die nächsten 40 Kilometer bis zum Ngoma Gate. Davor die uns bekannte Einfahrt zur Mujenche Lodge, in der wir vor drei Jahren gewohnt haben. Vorbei an der Polizeistation, die beinahe jeden Wagen kontrolliert, Papiere und Registration prüft. Uns heute nicht. Dann wieder rein in den Chobe Nationalpark. Alles grün hier, die Erde rötlich. Wir erreichen den Chobe River, aber bitte wo ist der River? Eher ein Rinnsal als der große Fluss, den wir kennen. Eine neue Erfahrung. Gegenüber kurz vor Namibia ist Wasser zu sehen. Ein wenig Game Drive, dann nach 11 Stunden auf dem Bock eine kurze Pause. So langsam sind wir des langen Fahrens auf der Rüttelstrecke über. Es ist schön anstrengend. Gleich geht’s weiter zum Sonnenuntergang. Der fällt entsprechend positiv aus. Zwei Fischer in einem Mokoro aus Namibia im Grenzgebiet werfen ein Netz im Abendlicht aus. Spektakuläre Szene. Wenige Tiere zu sehen. Dafür ist die Landschaft und die Lichtstimmung atemberaubend.
Die Sonne geht unter, wir fahren ins Camp, kurz duschen und ab zu einem sehr spaßigen Abendessen mit Geschichten über mutige und freche Honeybatcher und in ihrer Männlichkeit verletzter Männer.
Email Isaac.tapsisaac@gmail.com oder vielleicht doch tapaisaac@gmail.com?
Sonntag, 23.11.2025, Chobe River Nationalpark
Letzter Morgen im Busch. Wieder ein herrlicher Tag, Sonnenschein, es wird warm. Abfahrt um 6:45, etwas später. Gestern war doch sehr anstrengend. Ich sag noch heute, heute werden wir nicht mehr viel sehen. Es ist der Beginn der Regenzeit. Die Tiere fangen an, sich im Busch zu verstecken. In der Sekunde sieht Isaac einen Leoparden. Ganz weit hinten auf einem Ast wie im Bilderbuch. Wir warten, haben ihn ganz allein für uns. Nach einer langen Weile kommt er tatsächlich vom Baum und läuft los. Direkt vor uns überquert er den Weg und verschwindet im Busch.
Weniger Termitenhügel zu sehen. Der Grundwasserpegel liegt hier tiefer, deshalb wird in die Tiefe gebaut. In Savuti und Moremi war es andersrum. Massige Termitenhügel. Also ist der Untergrund feucht. Auch das haben wir gelernt. Im trockenen Untergrund bauen die Termiten in die Tiefe.
Wir entdecken einen Bateleur Eagle der mit Beute auf dem Ast eines toten Baumes landet. Dann frisst er. Was zuerst wie eine Schlange aussieht, ist wohl die Plazenta eines Impala. Wir warten eine ganze Weile und beobachten das Tier. Er säubert sich und fliegt dann elegant los.
Wunderschöner Southern Common Bee-Eater direkt vor uns. Den letzten Saft wird aus der Batterie der Z9 raus gequetscht. Plötzlich taucht ein Osprey Eagle im flachen Teil des Chobe auf dem Ast eines toten Baumes auf. Wir lernen, dass er wie der Fischadler fischt und tief ins Wasser tauchen kann.
Nachmittags 90 Minuten auf Teerstraße nach Kasane. Eine Bootsfahrt steht an und das nur für uns drei. Der Guide Leo – kommt aus dem gleichen Dorf wie Isaac, mach seine Sache gut. Nicht viel zu sehen. Die ehemals umkämpfte, vom Internationalen Gerichtshof in Den Haag Botswana zugesprochene Insel relativ leer. Schon bei der hinfahrt merkt Leo, dass die Pumpe nicht mehr funktioniert. Er beginnt, manuell zu pumpen und spricht mehrfach mit der Zentrale.
Am Ende der Insel treffen wir doch auf eine Herde Elefanten. Mädels mit 7 Babys. Da wird dann schnell klar, woher Botswana seine Themen mit der Überbevölkerung an Elefanten hat. Wir wechseln das Boot. Der Pumpenschaden ist doch zu groß. Ein Instandhalter nimmt das andere Boot. Alles bestens organisiert. Ein paar Krokodile, davon Exemplare bis 5 Meter groß, ein Goliath Heron, ansonsten eher ruhig. Es ist warm auf dem Chobe Fluss. Wir lernen, der Chobe ist der einzig bekannte Fluss, der in zwei Richtungen fließt. Kommt aus Angola ausreichend Wasser, speichert der Zambezi den Chobe. Sinkt der Wasserpegel des Zambezi, kehrt der Chobe seine Richtung um. Das Zeltdach des Bootes deckt nur einen Teil des Decks ab.
Der Chobe auch zum vierten Mal sehr fein. Beruhigt ungemein, da wir nicht wissen, ob wir vielleicht doch noch einmal in das gebiet der Elefanten zurückkehren wollen.
Wir zwei sind uns jetzt am Ende der Tour einig, dass ein Jahresmietvertrag mit der Wohnung in Somerset West anzustreben ist.
Rückfahrt zum Camp. Wir drei ducken uns eine Stunde hinter die Vordersitze, um den Wind etwas aus dem Weg zu gehen. Gegen 18:30 zurück im Camp. Vorpacken, duschen, ab zum letzten Gin & Tonic am Lagerfeuer. Abendessen im Freien unter sternenklarem Himmel. Dann zeitig gegen 21:15 schlafen gehen.
Montag, 24.11.2025, Flughafen Kasane
Jetzt isses fast um. Nahezu Ausschlafen bis 6:00, eine ausgedehnte Dusche - Small hat auf dringende Bitte die Temperatur reduziert. Noch ein Frühstück, die Tüten mit dem Trinkgeld übergeben, sich von den Jungs verabschiedet und dann ein letztes Mal gegen 7:30 auf den Bock. Heut wird’s wieder heiß, sehr heiß. Noch einen Abschieds Game Drive durch den Chobe River Nationalpark. Es ist ruhig, sehr ruhig. Das wussten wir, im Frühjahr ist es grün, die Tiere haben genügend zu trinken im Busch und bleiben auch da. Kaffeepause und dann noch einmal zum Fluss. Und da stehen sie dann - eine größere Familie Elefanten, sicher über 40, 50 Tiere. Was für ein Abschied. Gegen 11:00 am Flughafen, dicke Verabschiedung sowohl von Isaac als auch von Manuela. Wir werden Manuela sicher wiedersehen. Einchecken im Flughafen - innerhalb von Minuten ist alles passiert. Gepäck geht bis München durch. Jetzt sitzen wir in den Abflughalle. In knapp zwei Stunden geht’s weiter. Keine Lust auf die Kälte, keine Lust auf die Hektik, keine Lust auf das, was komplett unwichtig ist.
18:00 O.R. Tambo
Aus den zwei Stunden wurden drei, die Airlink Maschine aus Johannesburg kam 75 Minuten später rein. Gewitter über Johannesburg, wie es eben in der Zeit üblich ist.
Der Flug selber verging, wie er eben heißt, wie im Flug, ne, nicht nur wie, sondern im Flug..zeug. Unsere Sitze vorne direkt hinter der Business Class, mein Dank an Hr. Walther ist gewiss. Toll gebucht. Wir haben es eilig, zwar noch Zeit, aber abhängig von der Security, kann es dann schon eng werden. Am Ausgang der Maschine werden wir schon erwartet. Passagiere für den Flug nach Frankfurt. Eine Afrikanerin mit einem Schild für die HON Flieger. Wir sollten zu fünft sein, außer uns hat das Schild keiner gesehen. Um die Ecke die Security. Auf einmal kommt ein junger Typ mit einem Rollstuhl daher und ich werde gebeten, mich reinzusetzen. Was für eine Kreativität. Wir gehen bzw. Ich werde gerollt ganz nach vorne, Ute neben mir an der langen Schlange vorbei. Ui, das hätte lange dauern können. Nach der Immigration durfte ich wieder gehen, wir gehen zum Schalter, wo die Tickets kontrolliert werden. Wieder VIP-Service, einfach durch. Nur mal so. Wir fliegen Economy mit Behandlung eines HON-Members. Was für ein Gefeixe. So etwas haben wir noch nicht erlebt. Jetzt sitze ich am Gate. Ute sucht eine Apotheke, da ich das Ibuprofen in der kurzen Hose vergessen habe und die steckt in der aufgegebenen Tasche. Hab wieder etwas Temperatur bekommen. Da ist sie auch schon wieder mit einer Packung Paracetamol.
Es geht langsam aufs Boarden zu. Ach ja, die Johannesburger Sitten sind da anders. Alle müssen das Gate verlassen - es ist eine große volle 747-8 – und sich außerhalb zur erneuten Kontrolle von Pass und Boardingpass anstellen. Ein Riesengedränge und Geschubse. Irgendwann sind wir durch und das Boarden geht los. Wie haben die letzte Gruppe 6, da wir zwei Gangplätze gebucht haben. Reihe 19 C und D. Wir können es kaum glauben, als wir Utes Platznachbarin sehen. Eine junge Afrikanerin gigantischen Ausmaßes, die zwei Sitze bräuchte. Ute geht in ihrem Teil des Sitzes fast unter. Geht gar nicht. Sie fragt, ob wir Plätze tauschen wollen. Ich sitze neben ihrem Freund. Na, denn machen wir das. Dafür geben wir einen Gangplatz auf. Ute rutscht rein. Die Plätze wahnsinnig eng, viel enger als auf dem Kapstadt Flug. Kurz, die 11 Stunden nach Frankfurt werden für uns beide zu Tortur. Die Lufthansa hat ihre Maschinen neu bestuhlt und so eng gemacht, dass Freude am Fliegen etwas anderes ist. Dann kommt das Abendessen. Nächster Kracher. Die Flugbegleiterinnen wurden nicht über das Menü des Caterers informiert, bieten Pasta und Fleisch an. Die Pasta erweist sich als Quinoa, das auch nach gar nichts schmeckt. Das Unterhaltungsprogramm am Bildschirm eine Frechheit. Irgendwann um 4:00 gibt es Frühstück. Kommt die Durchsage, dass weder Kaffee noch Tee angeboten werden können. Es wurde beim Beladen das Wasser vergessen. Alle Gäste erzürnt, die Begleiterinnen müssen den Unmut ertragen, obwohl sie nichts dafürkönnen. Wir sind um 5:35 nach einer harten Nacht wieder am Boden. Immerhin pünktlich sind wir einigermaßen und was das Wichtigste ist, sicher gelandet. Flott flott den halben Marathon im Terminal gelaufen, schnell durch Security und Immigration. Pünktlich im der Luft, Sitzplätze weit hinten. Wir nehmen uns jeder eine eigene Reihe, plaudern mit der netten und lustigen Flugbegleiterin, erzählen vom Kaffeefreien Morgen. Sie macht ihr Zeug weiter, geht vor in die Business Class. Ihre Kollegin kommt nach ganz hinten und bringt Kaffee. Ist das nicht der Kracher? Wir haben auf den 40 Minuten Flug viel Spaß. Ankunft in München gegen 8:00. Das Gepäck ist innerhalb von Minuten da. Offensichtlich hat der Wechsel des Dienstleisters etwas bewirkt. Ab zur S-Bahn, um 9:30 ist das Abenteuer zu Ende. Wenn wir bedenken, dass wir gestern früh um 5:00 im Zelt im Busch Botswanas aufgewacht sind und jetzt 28 Stunden später mit dem von Kasana aus durchgechecktem Gepäck daheim aufschlagen, ist das schon ein Ding.
Das soll das Ende unserer Südafrika / Botswana Reise sein. Es hat alles geklappt, keine Panne, kein Problem.
Und, weil's gar so zutreffend ist, hier die Charakterisierung, die wir von Zandile und Retabile auf Basis der Springbok Spielerrollen bekommen haben:
The Dedicated Ute – Position 1 (The Prop):
This is the partner responsible for the heavy lifting and grunt work.
They are the one who researches the best routes to avoid traffic jams (holding up the scrum),
packs the car with all the heavy suitcases and makes sure the car is running smoothly.
They’re not posting the flashy pictures on social media;
they’re one making sure the whole operation doesn’t fall apart.
They’re reliable, strong an prefer to work in close quarters.
The Dynamic Edmund – Position 15 (The Fullback):
This is the dynamic, “sweeper” partner who handles the fun parts and unexpected challenges.
They’re in charge of the playlist and navigation (launch attacks).,
are ready to make a quick U-turn when a scenic detour is suggested (counter-attacking),
and make sure everything looks good for the final destination photos (scoring tries or making last-ditch tackles).
They operate with flair, cover a lot of ground, and are always open for an open-road adventure.
Mittwoch, 26.11.2025, München
Nachtrag zu den Buschtoiletten. Genau genommen war das ein Beitrag zur Vermeidung von Wasserverschwendung. Ein Loch im Boden, Schüssel daraufgestellt und als „Spülung“ ausreichend Sand im Eimerchen. Naja, 7 Personen, gehen sicher mindestens viermal pro Tag auf das Örtchen, macht in 10 Tagen 280 Sitzungen. Je Sitzung 7 Liter Trinkwasser bei uns, macht locker 2.500 - 3.000 Liter, die wir nicht verbraucht haben.
Mag zum Schmunzeln führen. Die Erhaltung der Natur ist in Botswana Staatsphilosophie und die Reduktion von Wasserverbrauch im Binnenland ist ein wesentlicher Beitrag dazu. Es steckt auch in den Köpfen. Wir haben diese 10 Tage nur gefiltertes Wasser aus Bohrlöchern getrunken, um die endlosen Plastikflasche zu vermeiden. Ich weiß nicht, wie oft wir mitten im Busch angehalten haben, weil Isaac am Rande eine von Touristen achtlos weggeworfene leere Flasche aufhebt. Wir alle achten peinlich genau darauf, dass wir in den Camps nichts zurücklassen.
Wir haben wieder sehr viel gelernt!