Köln 2026

ICE 610, 28.9.026, 13:15, Motel One Neumarkt 22:00 


Und ruckzuck kommen wir in einer Stunde in Köln an. Coole Fahrt, knackevoller Zug, knappe 4,5 Stunden Fahrt. Hat wieder mal Spaß gemacht, mit der Bahn zu fahren. Ach ja, es lohnt sich immer wieder zu betonen. Pünktlich auf die Minute. 
Wir reisen mit sehr leichtem Gepäck, es ist warm und es bleibt warm. 
In Köln ist es schwül und warm. Zunächst kommt es uns vor, dass nichts los ist. Sehr ruhig. Auch der Domplatz sehr dünn besucht. 
Ab ins Hotel, eingecheckt und weiter geht’s Richtung Medienhaus. Wieder wenig los, teils sehr verbaut. And den seltenen architektonischen Schmuckstücken in den Häuserreihen sehen wir in etwa, wie zerbombt Köln war. Nach 25 Minuten Fußweg erreichen wir unser Ziel und verschwinden für über zwei Stunden in der Ausstellung „August Sander zum 150sten Geburtstag“. Seine Sachlichkeit macht nicht euphorisch, sie begeistert durch seine Klarheit, seine Konsistenz der Bildsprache. Egal ob Mensch - vorwiegend Portraits - Natur oder Bauwerke, er ist bei seinem Konzept geblieben. Ein hervorragender Beobachter, der die Menschen gut lesen konnte. Eine Wucht. 
Anschließend lassen wir uns noch etwas treiben. Zurück zum Dom, der sehr beeindruckend und wie der Eiffelturm gefühlt von jeder Ecke der Stadt zu sehen ist. Runter zum Rhein und zur Hohenzollernbrücke. Nein, ich will die Aufnahme, die schon millionenfach erzeugt wurde, nicht auch noch machen. An der Brücke hängen unendlich viele „Liebesschlösser“, in drei und vier Reihen, einfach verrückt. Müdigkeit beschleicht uns, wir traben durch die Fußgängerzone in der Altstadt zurück zum Hotel. Zumindest diese Ecke verströmt keinerlei Atmosphäre. Im Hotelgarten ein Kölsch aus der Flasche und dann suchen wir ein wenig zu Essen. Um die Ecke finden wir einen kleinen Vietnamesen. Leider sind alle Tische im Freien belegt, drinnen einfach aber sauber. So netter Service und sauberes Essen, das nach Hausmannskost schmeckt. Die Mama kocht. Das ganze mit Vor- und Hauptspeisen sowie einer feinen selbst gemachte Zitronenlimonade, zahlen wir keine 50€. Wir gehen da Morgen wieder hin. 
Kölsch zum Abschluss im Hotelgarten und ab aufs Zimmer. Vom Balkon aus sehen wir die mächtigen Türme des Doms im vollen Mond, die schön von innen beleuchtet sind. Es reicht für heute. 


Hotel Motel One am Neumarkt, Köln, 29.9.2026, 16:30 


Wir sind komplett Warhol… und noch viel Tag bis zum Abendessen. 
Heute Morgen die paar Minuten zum Museum Ludwig, dem Hauptgrund unseres Kölntrips. Temperaturen spätsommerlich, es geht wieder auf 25 Grad zu. Darum geht es heute nicht. Das Museum Ludwig beherbergt eine Unzahl von Sammlungen, gilt als die umfangreichste Pop-Art Sammlung außerhalb der USA und besitzt die drittgrößte Picasso-Sammlung der Welt. Darüber eine verrückt große Sammlung von Künstlern der 1910er bis 1940er Jahre, die in der braunen Zeit als entartet galten und vielfach zerstört wurden. Eine Sammlung mit 70.000 Fotografien und und und. Also stürzen wir uns die Welt der Andy Warhols, Roy Lichtensteins, Robert Rauschenbergs, Jasper Johns, Claes Oldenburgs und James Rosenquists in der Pop-Art, Expressionisten wie August Macke, Emil Nolde, Ernst Ludwig Kirchner, Max Beckmann und Paul Klee, russischer Avantgarde-Kunst mit Werken von Künstlern wie Kasimir Malewitsch, Wassily Kandinsky, El Lissitzky und Natalia Goncharova. dazwischen Gabriele Münter und viele andere weltbekannte Künstler des Expressionismus, der neuen Sachlichkeit, 
Kubismus, Konstruktivismus. Dazwischen Pablo Picasso und Vertreter der Kunstgeschichte des Rheinlands mit kapitalen Werken von Joseph Beuys, Andreas Gursky, Jörg Immendorff, Candida Höfer, Martin Kippenberger, Sigmar Polke, Gerhard Richter oder Rosemarie Trockel. Zwischendurch Kaffeepause und Durchschnaufen auf den beiden schönen Dachterrassen. Nach vier Stunden reicht es komplett. Beseelt, inspiriert, begeistert die paar Meter zum Ticketshop des Kölner Doms. Diese riesige Kathedrale mit absurd schönen Fenstern, Säulengängen, Altären und einem jetzt traumhaften Licht im Kirchenschiff. Wie gesagt, wir sind komplett Warhol. 


22:00 


Die Pause ohne große optische Reize mehr als notwendig. Noch einmal zum Vietnamesen um die Ecke. Abendessen nur mit T-Shirt im Freien an der Straße. Bei dem Kalenderstand mehr als ungewöhnlich. Wir sind wieder begeistert. Die Eltern kochen frisch und gut, Gewürze, Kräuter, Gemüse fein zubereitet, Ente und Hähnchen zart und knusprig. Sehr lecker. Dazu die Chance, das Abendleben hier zu beobachten. Also eines muss man Köln zugute halten. Viele Radwege, von den Autospuren sauber abgetrennt, bei Weitem nicht so aufwendig wie zuhause, dafür deutlich umfangreicher. Die Wege werden gut genutzt. Die Obdachlosen oder Junkies oder Bettler fallen mehr auf. Ein paar richtig fertige Typen, egal ob Mann oder Frau. In der Nähe des Hotels hängt ein Junkie mit grindiger Haut auf dem Fußgängersteig herum. Die Kleidung vieler Passanten aus der Wegwerfmode, nicht alle sind gepflegt. Es entsteht der Eindruck, als ob der Haushalt der Kölner, die wir sehen, noch eine Spur angespannter ist als in Berlin. Noch ein Kölsch zum Abschied und ab in die Ruhelage. Boah, was für Kunst haben wir heute erleben dürfen. 


ICE 627 zwischen Köln und Frankfurt, 30.9.2026, 13:30 


Heute etwas länger gepennt - weil wir es können - und gegen 11:00 noch einmal durch die Fußgängerzone Kölns, die heute recht gut gefüllt war noch einmal zum Kölner Domplatz. Das mächtige Bauwerk in heller Sonne. Heute fasziniert uns das 4711 Gebäude. Sehr schöne alte Glasfassade, die Fenster kunstvoll umrandet, feines Licht. Über die Hohenzollernbrücke den Rhein überquert und von gegenüber das berühmte Motiv mit der Brücke und den "Dömen" auf eigene Weise fotografiert. Weiter zum Bahnhof Deutz, von dem unser Zug abfahren wird. Ok, das WC wegen Renovierung gesperrt, dafür außen eine ausreichende Anzahl von ToiTois. Zumindest die beiden von uns benutzten recht sauber. Um 12:55 geht‘s mit kleiner Verspätung los. Gleisbauarbeiten. Den Grund kann man stehen lassen. Nach dem Verlassen der urbanen Gegend pfeift der ICE mit über 300 km/h Richtung Frankfurt Flughafen, holt einiges wieder auf. Bei dem Tempo alles ruhig, wir können die Landschaft betrachten. 
Jetzt um 16:30 haben wir Nürnberg verlassen und bewegen uns im Lumpensammlertempo auf München zu. Es werden wohl 20 Minuten Verspätung. Wir heizen schon wieder mit über 300 km/h vor uns hin. Was sind schon 20 Minuten im Vergleich mit dem Auto oder gar Flugzeug. Eine weitere überzeugende Reise mit der Bahn. 

Baustelle in der Innenstadt
Baustelle in der Innenstadt
Fotografische Sammlung - zum 150sten von August Sander
Fotografische Sammlung - zum 150sten von August Sander
Das Innere des Medienhaus
Das Innere des Medienhaus
Graffiti und abgewrackte Tankstelle
Graffiti und abgewrackte Tankstelle
Vorplatz am Hauptbahnhof
Vorplatz am Hauptbahnhof
Die Hohenzollernbrücke über der Rhein
Die Hohenzollernbrücke über der Rhein
Wilhelm II und der Kölner Dom
Wilhelm II und der Kölner Dom
Der leckere Vietnamese um die Ecke
Der leckere Vietnamese um die Ecke
Motel One - von draußen nach drinnen
Motel One - von draußen nach drinnen
Der Kölner Dom von unserem Zimmer aus
Der Kölner Dom von unserem Zimmer aus
Straßenreinigung in der Kölner Altstadt
Straßenreinigung in der Kölner Altstadt
Baustellen, Baustellen, Baustellen
Baustellen, Baustellen, Baustellen
Licht und Schatten vor dem Dom
Licht und Schatten vor dem Dom
Reflektion im Museum Ludwig
Reflektion im Museum Ludwig
Pop-Art im Museum Ludwig I
Pop-Art im Museum Ludwig I